Komponistenporträt Stefan Albert

Stefan Albert, Magister artium in Komposition mit Wahlheimat Wien, gelangt allmählich zu größer werdender Popularität. Der seit 1987 als Gitarrelehrer in Waidhofen a. d. Ybbs tätige Idealist steht uns heute in einem Interview Rede und Antwort. Ein Porträtkonzert am 7. Juli um 20.00 Uhr im Kammermusiksaal der Musikschule Waidhofen, wird uns einen Einblick in sein kommenmusikalisches Schaffen geben. Es spielt die Wiener Konzertgemeinschaft RE-ANIMA. Gast: Michael Bladerer (Kontrabaß).

Herr Albert! Wie kommt man auf den Gedanken Komponist zu werden?
Man kommt nicht auf den Gedanken, sondern man ist es. Im Nachhinein betrachtet kann ich sagen, daß sich das Bewußtsein herauskristallisiert hat, es immer schon gewesen sein zu müssen.

Was bedeutet bewegtes und intensives Leben?
Die Antworten darauf würden wahrscheinlich den Rahmen dieses Interview sprengen. Allerdings hoffe ich, daß meine Musik dem Hörer Aufschluß darüber geben wird.

Sie verarbeiten also hauptsächlich emotionale Erfahrungen in Ihrer Musik?
Meine Musik besteht eben nicht nur aus einer Aneinanderreihung von Gefühlserlebnissen, sonst würde sie ja nur nach Kitsch und Klischee klingen. Genauso besteht sie nicht nur aus mathematischen Strukturschemata, die ausschließlich Langeweile und Ohnmacht bzw. kritiklose Akzeptanz des Hörers hervorrufen würden. Vielmehr versuche ich eine Musik zu schaffen, die den Hörer in eine Fantasiewelt versetzt. Diese Fantasiewelt soll ihn nicht nur vom Alltag ablenken, sondern durch seine emotionelle Auseinandersetzung damit stärken.

Wie setzten Sie diese Gedanken kompositionstechnisch um?
Das nötige Handwerk dazu, was ich für unumgänglich halte, habe ich bei Kurt Schwertsik und Ivan Eröd auf der Hochschule in Wien gelernt. Ich verwende also Tonalität, beruhend auf Stimmführungsregeln, herkömmliche Notenschrift und traditionelle Formen, alles gemischt mit modernen Kompositiostechniken. Die individuelle Persönlichkeitsentwicklung führt dann zum eigenen Stil.

Gibt es bestimmte Persönlichkeitswerte für Sie?
Idealismus, Ehrlichkeit und Konsequenz.

Sie sind Mitbegründer der Wiener Konzertgemeinschaft RE-ANIMA. Schaffen Sie sich ihr eigenes Podium damit?
Na klar! Allerdings geht es für mich in diesem Projekt im die Gemeinschaft, also das Miteinander-Schaffen und um die Möglichkeit, gleichgesinnten Komponisten die Chance zu geben, aufgeführt zu werden.

Was bieten Sie uns im Konzert am 7. 7. 1996?
Einen kleinen Ausschnitt aus meinem kammermusikalischem Schaffen. Uraufführungen, darunter ein Stück für Kontrabaß solo, gespielt von Michael Bladerer, 2 Trios, Flöte-Gitarre-duo, Quartett ein sehr repräsentatives Programm.

Um eine ganz andere Ebene anzusprechen: laut Komponistenreport 1993, der Abteilung Musikpädagogik der Hochschule für Musik u. darst. Kunst in Wien heißt es: "Komponisten tun sich in Liebesbeziehungen besonders schwer."
Für meine Kollegen kann ich natürlich nicht sprechen. Aber meinen Partnerinnen ist es schon immer schwer gefallen, die Hochs und Tiefs meines Egos zu ertragen. Ich bin einfach unerträglich!

Vielen Dank für das Gespräch und zum Abschluß ein kleiner Fragebogen:
Musikalische Traumstadt? Wien.
Lieblingsfilm? Hook.
Lieblingsmaler? Dali, Picasso, Monet.
Lieblingsfarbe? Blau.
Lieblingsschriftsteller? Goethe, Hesse.
Lieblingsbuch? Märchen.
Lieblingskomponist? Beethoven, Mahler, Prokoffiev, Martinu.
Lieblingsbeschäftigung? Leben.
Leibgericht? Spanferkel mit Gemüse, Spätzle, Sause und Kartoffelsalat.
Lieblingsgetränk? Rioja und helle Fruchtbrände.
Den Traumurlaub verbringen Sie? Im Bett.
Hobby? Kochen.
Traumberuf? Komponist und Lehrer.
Betreiben Sie Sport? Schach.
In welcher Zeit würden Sie am liebsten leben? In der Gegenwart.
Welche Musik spricht Ihr Gefühl am meisten an? Kräftige Musik.
Musikalisches Vorbild? Beethoven.
Welche Charaktereigenschaft schätzen Sie am meisten? Ehrlichkeit.
Persönliches Motto? Wunsch für die Zukunft? Idealismus möge siegen.

 

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